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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rauchverbot ab morgen



PN-Blog
05.05.2013, 10:52
nicht generell aber zumindest in vielen öffentlichen Bereichen. Ein gute Zusammenfassung der Neuerungen hält die IHK Erfurt (http://www.erfurt.ihk.de/www/ihk/branchen/hotelerie/brancheninformation/rauchverbot/) bereit.

Kurz gesagt ist das Rauchen in allen öffentlich zugänglichen Gaststätten verboten, außer in einem speziellen Raucherraum. Es gibt eine Ausnahme für nichtöffentliche Vereinshäuser. Ich bin gespannt ob man da so kreativ wird wie in Bayern und spezielle Raucherclubs gründen wird.

Mit Interesse wird zu verfolgen sein ob sich wirklich ein Schwund bei den Besuchen von Kneipen/ Gaststätten zeigen wird. Ich bin da noch skeptisch und glaube noch nicht an einem großen Schwund. Die Leute gehen ja nicht hauptsächlich zum Rauchen weg. Da kann ich mich aber auch irren. Jedenfalls kann man sich auch ohne Glimmstängel mit seinen Freunden treffen und unterhalten.

Ergänzung:

Eben habe ich diesen Artikel (http://www.heise.de/newsticker/Studie-Rauchverbot-in-England-verhindert-40-000-Todesfaelle--/meldung/110193/from/rss09) bei heise gefunden. Es geht um ein Fazit nach einem Jahr Rauchverbot in England. Durchaus lesenswert.

commaik
05.05.2013, 10:53
Erste Zahlen für Deutschland gibt es schon.
So ist der Umsatz um knapp 14% bisher eingebrochen...
Mehr Infos dazu bietet auch ein Artikel im Handelsblatt hierzu:
Links:
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/amtlich-erwiesen-rauchverbote-kosten-kneipen-umsatz

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gastgewerbeumsatz-sinkt-weiter
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/das-leise-sterben-der-eckkneipe

PN-Blog
05.05.2013, 10:54
…glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast… Das fällt mir immer sofort als erstes ein, wenn statistische Werte in den Medien kursieren.

Ich habe mich daher einmal bei den Berufsstatistikern des Statistischen Bundesamtes versucht schlau zu machen. Auf deren Erhebungen düften sich sicher auch Handelsblatt & Co. stützen. Fraglich ist natürlich immer, welcher %-satz der Wirte und Restaurantbesitzer auch tatsächlich seine Umsätze meldet und welcher Anteil demnach nur geschätzt werden kann. Zu berücksichtigen ist auch der nur bedingt brauchbare Vergleichswert der Vorjahre. Ich denke, in jedem Wirtschaftszweig (so auch in der Gastronomie) gibt es Schwankungen, Hochs und Tiefs, schlechte und bessere Quartale.

Nicht unerheblich sind wohl auch andere Faktoren neben dem viel und kontrovers diskutierten Rauchverbot. So zum Beispiel Preissteigerungen und in deren Konsequenz die Inflation, die dem einzelnen immer weniger in der Tasche lässt. Und nun die Frage: Wo spart der einzelne denn am ehesten? Auf das geliebte Auto verzichtet man ungern, allenfalls versucht man Sprit zu sparen. Wobei das natürlich auf Kosten des Fahrspaßes und des individuellen Fahrstils jedes einzelnen geht (…aber ich denke, mit weiter steigenden Benzin- und Dieselpreisen dürfte sich dann auch die Tempolimit-Debatte bald von selbst erledigt haben, denn die Massen an Pendlern können ihre Kosten nicht einfach an den nächsten Dummen in der Kette weitergeben, sie sind die Dummen am Ende selbiger). Den jährlichen Urlaub lässt man sich schon gar nicht nehmen, da sind wir Deutschen als Urlaubsweltmeister (wenn wir schon nicht Fussballeuropameister sind) ja etwas eigen.

Es muss sich über einen längeren Zeitraum zeigen, welche Auswirkungen (positiv wie negativ) das Rauchverbot haben wird. Die bayerische “Krücke” (wo sonst sollte die auch herkommen…) mit den Raucherclubs ist für jeden Nichtraucher ein Schlag ins Gesicht, war doch die Einführung des Rauchverbotes in erster Linie im Namen des Nichtraucherschutzes gedacht. Natürlich könnte die eine oder andere “Kneipe” über kurz oder lang Probleme mit dem neuen Gesetz bekommen. Aber gerade da eröffnet sich mir auch die Frage, inwieweit ist das einzelne Lokal flexibel genug, sich an neue Gegebenheiten anzupassen. In anderen Branchen müssen sich Wirtschaftsunternehmen auch fortwährend an gesetzliche, strukturelle oder andere Veränderungen anpassen.

Und interessant ist auch, dass man vermehrt Stimmen hört, dass im Zuge des Rauchverbotes selbst hartnäckige Raucher dies zum Anlass nehmen, das Rauchen einzuschränken oder gar ganz aufzugeben.

Es wäre zumindest ein Erfolg für die Gesundheit und damit letztlich auch eine Entlastung unseres Gesundheitssystemes, das weniger Kosten durch langfristig weniger Krebs- oder auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu stemmen hätte. Und ob nun “…der Opa sein Leben lang gequarzt hat und 103 Jahre alt wurde…” (die Lunge hätte ich wohl nicht sehen wollen) und “…der nichtrauchende Großonkel seit Jahren an massivem Bluthochdruck leidet…” (vielleicht ernährt sich der gute Mann ja einfach nur viel zu fett und treibt keinen Sport?), Ausnahmen gibt es wohl immer. Unbestritten düften wohl aber die schwerwiegenden Folgen des Rauchens auf die eigene Gesundheit, die des ungeborenen Kindes sowie auf Nichtraucher in dessen unmittelbarer Umgebung sein.

PN-Blog
05.05.2013, 10:54
Eine sehr schöne Einschätzung, ich glaube auch das man den Umsatzrückgang im Gaststättengewerbe nicht allein auf das Rauchverbot zurückführen kann.

Die Pro und Contra Argumente sind ja auch hinlänglich bekannt und es kommen auch keine neuen hinzu. Wenn es dazu führt das weniger geraucht wird gibt es ja nur einen Verlierer die Tabakindustrie( und die hatten ihre fetten Jahre schon) und viel mehr Gewinner (alle die nicht mehr rauchen und alle die nicht mehr mitrauchen müßen).

Ich persönlich war in diesem Monat erst einmal in einem Biergarten. Da darf ja geraucht werden, was draußen ja auch nicht störend ist. Gespannt bin ich auf Veranstaltungen wir Kirmes/Fasching, da kommt man nicht mehr mit geräucherten Sachen nach Hause (diese Wortspiel muß erlaubt sein ;-) )

PN-Blog
05.05.2013, 10:55
Im Sommer und demzufolge im Freien finde ich das Rauchen auch nicht störend. Kritisch dürfte es jedoch (trotz Klimawandel und demzufolge milderen Wintern) in der Wintersaison werden. Wobei ja die Idee mit den Heizpilzen zumindest in größeren Städten zu funktionieren scheint und die Raucher somit nicht steif frieren müssen. Ebenfalls gespannt bin ich auf Veranstaltungen wie die Kirmes…

commaik
05.05.2013, 10:55
Heizpilze? – Was sagt denn da unsere Klimabilanz dazu :-)

Aber im Ernst, mich stört nicht das Rauchverbot an sich sondern viel mehr der typisch deutsche Kontrollierwahn.
Es gab schon vorher Nicht-Raucher-Gaststätten. Man denke einfach mal an echte Restaurants und nicht die kleine Eckkneipe.
Als man merkte das der Markt es nicht im Sinne unserer Regierung Regelte mußten wieder Gesetze her…
Erinnert mich irgendwie an die DDR als jeder und alles staatlich kontrolliert wurde.

Ich für meinen Teil habe in Restaurants vorher auch nicht geraucht, aber zB beim Harro bei nem Bierchen gerne mal eine…
Das hat sich nun erledigt.

Und die große Überraschung (und bestimmt auch die finanziellen Geldbußen) werden wirklich erst im Herbst Winter bei den Kirmsen und Faschingsveranstaltungen kommen…