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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse?



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05.05.2013, 08:56
Allerhand Organisationen,Verbände und Parteien luden am 1.Mai, wie jedes Jahr, zu Kundgebungen,Demonstrationen und der dergleichen auf um die ach so geschundene Arbeiterschaft auf die Straßen und Plätze unserer Republik zu treiben. Nur leider fühlt sich der "Arbeiter" nicht angesprochen und meidet diverse Veranstaltungen. Obwohl er doch hier von Menschen angesprochen werden soll die anstatt Seiner für Ihn kämpfen, ihm sagen wie schlecht es ihm geht, wie er ausgebeutet wird, warum er ein schwaches Glied in einer starken Kette ist, eben aus seiner Seele reden. Der Arbeiter-Proletarier steht am Ende der Nahrungskette. Ist das wirklich der Grund warum sich Menschen nicht aufgefordert fühlen Misstände anzuprangern. Ist es wirklich nur die Resignation einer Masse? Ich denke nicht nur. Ein weiterer und wichtiger Punkt scheint mir zu sein das die heutigen Mechaniker,Maler,Klempner und Drucker gar nicht die Rolle des oft, vor allem von links, proklamierten "Arbeiter-Proletariers" einnehmen wollen und sich auch nicht so fühlen. Wer will schon das Bild überfüllter und verwahrloste Mietskasernen, zerlumpte Kinder und Elend an allen Ecken und Enden des späten 19.JHdt. vor Augen haben und sich vorstellen das dies zu seinem Milieu der Arbeiter gehört? Eben, keiner. Von einem nicht vertretbaren und unzumutbaren Lohngefälle West/Ost mal abgesehen sieht sich der Arbeiter bestimmt nicht mehr als soziale Randgruppe eines hochentwickelten Landes. Natürlich lohnt es sich für den Arbeiter und Angestellten zu kämpfen! Aber doch nicht wenn in seinem Zusammenhang auch immer gleich das Thema HarzIV und "sozial benachteiligt" zum Besten gegeben wird. Ich denke der Arbeiter sieht sich als Teil der Gesellschaft und nicht als hilflose und ausgenutzt Klasse. Hier will er sich ganz klar abgegrenzt sehen. Er würde sich viel mehr angesprochen fühlen bei Themen die Ihn als Mensch und nicht als Interessen-Material bewegen. Warum bekommt mein Kollege in Kassel 500€/Monat mehr Lohn als ich? Warum bekommt der HarzIV Empfänger seinen Kita-Platz bezahlt und ich nicht? Wieso ist Kinderbetreuung so teuer und mit großen einschnitten im Arbeitsleben verbunden? Warum ist der Benzinpreis so hoch das die Fahrt zur Arbeit teurer wird als mein Tagesverdienst? Aber das sind eben nicht nur Themen die ausschließlich die Arbeiterschaft bewegen sondern alle Teile unserer Gesellschaft und somit für alle gelten - aber eben auch Dinge die seit Jahren keiner beantworten will.

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05.05.2013, 08:57
Marxismus ist nach wie vor aktuell, wenn nicht sogar aktueller denn je! Die Kritik am Kapitalismus spitzt sich seit einigen Jahren erst richtig zu. Wenn auch immer wieder eine marxistische Kritik am Marxismus selbst notwenig wird, bleiben dessen grundlegenden Inhalte dennoch richtig! So auch die Klassentheorie. Das ändert auch die moderne verschleiernde Rhetorik der vorherrschenden Medien und politischer Ideologien nicht. Aufbau und Funktion der Gesellschaft sind identisch mit jener der Zeiten des frühen Kapitalismus. Identisch sind auch dessen zerstörerischen Folgen bis hin zu Krieg.

Nur weil es meinen Kolleginnen und Kollegen nicht gefallen mag einer unteren Klasse anzugehören, nur weil uns allen eingeredet wird es gäbe die alten Klassen nicht mehr, wird dies jedoch längst nicht wahr. Der Trend in den Fabriken und Handwerksbetrieben ist deutlich. Es setzt eine Besinnung auf diese Dinge ein, wenn zunächst auch nur subjektiv. Das einsetzende Gegensteuern wird am Ende vor allem dem rechten Lager dienen. Hierbei denke ich an die Doppelmoral der Sozialdemokratie. Genossen, verkackt es nicht schon wieder!

Wir werden die Politisierung der Arbeiter erleben. Wir werden aber auch erleben, wie es erneut zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen konservativen-faschistischen Strömungen und progressive-sozialistischen Strömungen kommt. Welcher Klasse wir angehören wird die Frage klären auf welcher Seite wir stehen. Natürlich wird es auch immer so sein, dass Arbeiter nach Rechts triften und im Gegenzug Unternehmer für Sozialismus sein können. So ist der Text von T. Reich nichts weiter als eine idealisierte Meinung (sicherlich eines Sozialdemokraten?). Was ihm fehlt ist der eingangs beschriebene Marxismus, der zwangsläufig zu Klassentheorie und Revolution führen muss.

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05.05.2013, 08:57
Ja, Herr Görlach, es soll auch unter den Sozialdemokraten noch Leute geben die nachdenken und nicht stur irgendwelchen einseitigen Ideologien und längst überholten Klassenkämpfen folgen wie Sie. Menschen die auch mal über den Tellerrand hinaus schauen. Das Sie als Mitglied des Kreisvorstandes der LINKEN hier öffentlich zur Marxistischen-Revolution aufrufen ist schon bemerkenswert.

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05.05.2013, 08:57
Nun, einen Aufruf zur Revolution kann man in meinem Text wahrlich nicht entnehmen. Dass ich als Trotzkist an der Organisation derselben arbeite, das leugne ich nicht. Entschieden entgegne ich auch dem Vorwurf, nicht über den Tellerrand zu sehen! Internationalismus gehört zu den Schwerpunkten meiner politischen Arbeit! Im Vorfeld des dritten Golfkrieges und durch meine Reisen in Irak 2004 wurde ich politisiert. Und gerade weil ich meinen Kopf benutze, fand ich den Weg zum Marxismus. Dieser hat im Unterschied zur Ideologie der Sozialdemokratie wissenschaftlichen Abspruch…. Außer dem Versuch mich persönlich zu treffen, kann ich in Ihrer Antwort nicht ein einziges vernünftiges Argument finden. Verlassen wir bitte den Sandkasten und reden wir über politische Standpunkte.

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05.05.2013, 08:57
Setzen Sie sich doch mit in den Sandkasten, das Wetter ist gerade so schön. Außerdem kann man hier vielbesser Traumschlösser bauen… Nun, über den Tellerrand sehen und begreifen das dort auch noch etwas anderes ist sind eben zwei verschiedene Dinge. Ich sehe meine Rolle als Sozialdemokrat (wenn ich das so sagen darf) eher ohne zwanghafte Ideologien. Wenn gleich ich sehr wohl Ideale, Werte und Normen habe und diese gern in der Gesellschaft verkörpert sehen möchte. Eine gewisse liberale Haltung erlaubt mir aber eine Denkweise die nicht nur einer Gruppe von Menschen gilt, sondern allen Schichten. Bei mir ist eben nicht Arm=Gut und Reich=Böse. Das zumindest scheint mir die einzige Lehre zu sein welche die Marxisten,Trotzkisten und was sonst noch alles für -isten aus deren Ideologien ziehen. Als Realo hat man es auch als Sozi nicht immer leicht. Meine Denkweisen und Ansichten ähneln auch nicht Lassalle oder Bebel, sondern eher H. Schmidt und Carlo Schmid. Denn Sie wissen ja: “Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen!”
Meine Denkweise bezieht sich auf das hier und jetzt und nicht auf irgendwelche vorzeitlichen Philosophien. Dennoch gebe ich Ihnen ganz klar Recht das sich gewisse Missstände die zu div. Arbeiteraufständen und sozialistische Ideen geführthaben sich auch heute, zumindest Ansatzweise, widerfinden. Die Ursache der Finanzkrise, Dumpinglöhne in der EU, Abfindungen von Managern, usw haben dies deutlich gemacht. Aber die Lösung dieser Probleme liegt bei mir nun mal nicht im Marxismus. Das sollte legitim sein. Andere sehen, oder sahen die Lösung im Nationalsozialismus. Langfristige, positive Veränderungen haben auch diese zwei Ideologien bisher nicht gebracht. Auch diese haben mehr Fragen aufgewurfen als Antworten gegeben.

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05.05.2013, 08:58
Natürlich ist es schwer mit einem Menschen über Marxismus und die soziale Evolution zu reden, der offensichtlich von der Materie kaum Kenntnis hat und sich dieser gegenüber resistent zeigt.
Sie können die Klassen ignorieren, aber deshalb verschwinden die Probleme noch lange nicht. Unser aller Leben und Alltag wird durch ökonomische Zwänge, definiert durch bestehende Besitz- & Machtverhältnisse, bestimmt. Die Lösung dieser Probleme kann daher nicht mit idealisierten Gesetzesentwürfen oder mit den oft gelobten christlichen bzw. westlichen Werten gelöst werden. Gerade Sie als Sozialdemokrat und Unternehmer sind doch aktiver Teil einer Maschinerie, die auf Lobbyismus und Kapital basiert. So wissen Sie auch, wie die politischen Geschicke vom Kapital beeinflusst werden. Beispielsweise die Pößnecker Umgehungsstraße. Selbst ein Unternehmer der es im Rahmen seiner Möglichkeiten ernst meint, wird auf Dauer scheitern. Bevor er dies tut, wird er sich den Regeln des Kapitalismus unterwerfen. Und schon sind seine Ideale dahin. Alle müssen sich dem Diktat des Kapitals unterwerfen. Niemand ist frei. Und alle, egal ob arm oder reich, ob Arbeiter oder Unternehmer leiden unter der Interessenverfolgung einer Elite.

Nur mit einer grundlegenden Umstrukturierung dieses Wirtschaftssystems lösen wir die Probleme und können die Klassen tatsächlich abschaffen. Die Dinge die Sie angesprochen haben, sind allesamt lediglich Begleiterscheinungen des Systems, die gerade auch die SPD in Regierungsverantwortung herbeigeführt hatte. Wenn es denn so ist wie Sie sagen, warum erweist sich die Dozialdemokratie ständig als Verräter an ihrer Stammwählerschaft, den Arbeitern?

Wo Sie in Wahrheit stehen, zeigt allein dass Sie mich “Siezen”! Diese Umgangsform ist mir unter Linken und Kollegen fremd. Können wir nicht zum Du übergehen? Wenn ich “Sie” zu jemanden sage, ist das in der Regel eine Abwertung meines Gesprächpartners. Das möchte ich in diesem Fall nicht.

Da ich jetzt zur Schicht muss, beende ich hier meinen Eintrag.

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05.05.2013, 08:58
Das “Sie” beinhaltet bei mir eine Höflichkeitsform. Jemanden damit herabzuwürdigen ist wohl eher nicht im Sinn des Erfinders. Auch bin ich kein “Linker” Aber Gut, Genosse, gehen wir zum “DU” über.
Es ist dann wohl doch eher so zu erklären das ich auf Grund der Kenntnis über den Marxismus eben diese Theorie des Zusammenlebens ablehne. Nicht etwa weil sie mir nicht gefallen würden, eher aus Gründen des Weges Ihn zu erlangen und der Unfähigkeit und Schwäche des Menschen ihn umzusetzen. Jetzt muss ich lachen, denn Sie, ehm Du, bist nicht der Einzige mit dem ich solche Unterhaltungen habe. Jemandem von seinen Idealen abzubringen ist auch gar nicht mein Vorhaben.
Was mich aber persönlich schmerzt und meine Meinung über Linke-Polemik verstärkt ist das Zusammenwerfen von Unternehmern und Kapitalismus, hier noch schlimmer, werde ich als kapitalistischer Sozialdemokrat bezeichnet. Und warum? Weil ich vom Staat im Stich gelassen wurde und nun selbst- und ständig versuche mich und meine Familie zu ernähren. Mit einem Einkommen bei dem mich wohl jeder GGP-Mitarbeiter auslachen würde. Ich bin ein geächteter der Gesellschaft. Mein soziales Engagement geht weit über dumpfe Parolen und Besserwisserei hinaus. Hier hat sich meine Meinung über die LINKE, ihre Ansichten und ihre Mitglieder wiedereinmal bestätigt. Du wolltest ein Gespräch außerhalb des Sandkastens, was ich aber lese ist niedere, eingefahrene und einseitige Denkweise. Ob ich versuchen sollte mich zukünftig aus Disussionen mit eingeschränkten Kommunisten rauszuhalten?

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05.05.2013, 08:59
Die Probleme eines Kleinunternehmers sind mir durchaus geläufig. Schließlich möchte ich den Mittelstand, bzw Leute die sich dafür halten, mitnehmen. Eine neue Gesellschaftsordnung in der wir alle tatsächlich frei sind und in Würde leben und arbeiten können, kann nur geschaffen werden, wenn dies von der Masse der Menschen mitgetragen wird und vor allem in einer sozialen Bewegung von unten erkämpft wird. Das ist der Vorgang den ich unter Revolution verstehe. Im Übrigen hat es ein Arbeiter bei GGP dank sinkender Reallöhne seit mehr als zehn Jahren auch nicht mehr so leicht. Die Masse der im Standort PN lohnabhängig Beschäftigten muss ebenso hart kämpfen wie Du. Alle haben Familie und so fort. Viele denen es scheinbar finanziell gut geht, leben auf Kredit. Vergessen wir dies mal nicht.

Das bringt mich zum aktuellen Beispiel Griechenland. Hier können wir sehr schön sehen wie der Kapitalismus (nicht) funktioniert. Nachdem die Groden Banken und führende Konzerne wiedereinmal eine Blase konstruierten um die Gewinne zu maximieren, welche schließlich platzte und in einer Krise endete, musste der Steuerzahler die Wirtschaft retten. Der Supergau wurde um Haaresbreite durch finanzielle Spritzen in Milliardenhöhe abgewehrt. Stimmt’s? Die Zeche dafür zahlen aber nicht die Verantwortlichen! Stimmt doch auch!? Sondern erneut die Leute, die die ganze Zeit über schon Melkkuh für das Kapital waren. Ja? Weil durch die folgenden Sparmaßnahmen die Produktivität angehoben werden musste (weil sonst der Absatz erneut eingebrochen und die nächste Krise hervorgerufen worden wäre) forderten auch sozialdemokratische Gewerkschafter von den Arbeitern weiteren Verzicht. Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich gab es bei IGM bis ver.di, die beiden kampfstärksten Gewerkschaften. Das wiederum war kein unwesentlicher Grund für den Rückgang des griechischen Exports. Die nächste Krise drohte. In Wahrheit ist Griechenland nicht mehr pleite als Deutschland. Aber man muss einen Weg finden, die Wirtschaft im Eurobereich zu sichern. Bluten sollen nun die Griechen. Sie haben nicht über ihre Verhältnisse gelebt, wie es auch sozialdemokratische Politiker behaupten. Die Bosse haben die Situation herbeigeführt. Unsere wie ihre.

Und wohin wird uns der “Sparkurs” denn bringen? Meinst Du etwa wirklich dass wir irgendwann über mehr Realeinkommen verfügen werden wenn es der Wirtschaft besser geht? Womit sich der Kreis schließt und wir auf Dein Geschäft zurückkommen können.

Wer heuchelt denn die ganze Zeit über den Menschen etwas vor? Die Kommunisten? Nein! Die SPD! Wenn Politiker von CDU und FDP etwas sagen, dann ist klar was sie meinen. Enttäuschend ist die Sozialdemokratie, die immer wieder ihr Wort bricht. Beispiel Regierungsbildung in Thüringen. Als Revolutionär bin ich ehrlicherweise eher froh dass es nicht zu Rot-Rot gekommen ist. Aber was ist mit Matschies Versprechen, eine andere Politik in Thüringen einzuleiten? Mit der CDU etwa? Hihi. Oder damals als es im Bund zur großen Koalition gekommen war. Erkläre mir wie 0% MWSt plus 2% MWSt zusammen drei Prozent Mehrwertsteuererhöhung ergibt. Oder unter Rot-Grün, als entgegen des deutschen Grundgesetzes sowie entgegen des Völkerrechts Deutschland in den Krieg getreten ist. Zuletzt hatte dies Hitler getan. Unter Schröter sind deutsche Soldaten weiter gekommen als seiner Zeit die Wehrmacht, um mal sarkastisch zu sein.

Krieg, Krisen, Lohndrückerei, Sozialabbau…, alles auch das Werk der Realos wie Du sagst. Wie willst Du nun vorgehen? Wie ändern wir die Situation? Und zwar sozial weltweit gerecht, ohne Kriege? Da wird’s nämlich ganz schnell ganz dünn bei der SPD.

Darf ich Dich auf unsere Webseite verweisen sowie das Video vom 1.Mai 2010 mit der Rede von Philipp, falls Du es noch nicht kennst?!

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05.05.2013, 08:59
GGP, Griechenland, neue Thüringer Regierung, Rot-Grün und Hitler in einer Antwort. Respekt.

Das es auch nie ne Nummer kleiner geht als mit der großen Revolution und einer neuen Wirtschaftsordnung.
Ich glaube meine Annahme das der Kapitalismus der Welt mehr Wohlstand (nicht im sinne von Statussymbolen sonder im Sinne von Gesundheitsversorgung und Infrastruktur) gebracht hat als alle anderen Wirtschaftsformen ist nicht so falsch. (Auch wenn ich mir sicher bin das Sie das ganz toll widerlegen können).

Keine Frage dieses System ist weit weg von einem guten und gerechtem System aber warum geht es nicht mit Evolution statt Revolution?

Ich werde nicht auf alle ihre Punkte eingehen dafür sind es zu viele und zu weit gestreut. Nur ein Punkt:
Griechenland ist nicht pleite wegen Banken oder einer Bankenblase, es ging ihnen noch nie gut. Sie haben ihre Statistiken gefälscht um in die Eurozone aufgenommen zu werden und jetzt kollabiert diese Kartenhaus, das hat nichts mit dem Wirtschaftssystem zu tun sonder mit Betrug.

Zurück zum Thema: Wie stellen sie als aktiver Linker sich denn die Zukunft vor, wenn es nach ihnen geht? Die alternde Bevölkerung, den Klimawandel und sonstige Riesenherausforderungen des 21 JH. mal nicht mit betrachtet?

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05.05.2013, 09:00
Nun, die historischen Erfahrungen zeigen, dass Veränderungen innerhalb eines bestehenden Systems nur bis zu einem bestimmten Punkt möglich sind. Im Kapitalismus hatte es, insbesondere nach dem Suoergau von 1933 bis 45 einen enormen Aufschwung gegeben bei dem auch für die Schwachen der Gesellschaft reichlich abgefallen war. Das war nur möglich, gerade wegen der totalen Zerstörung. Das System konnte von vorn beginnen, stetig die Profite erhöhen und sogar politische Sicherungssysteme schaffen, um einen erneuten Supergau zu verhindern. Jedoch von Beginn an mischten Lobbyisten, die Finanzies wieder mit und fanden Wege, diese Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Heute leben wir in einer Zeit, da entsprechend der Analyse von Marx, die Krisen in immer kürzeren Abständen eintreten und jede von ihnen ist schlimmer als die davor. Wir alle wissen, wie dies im System selbst begründet ist. Worauf ich aber hinaus will, ist, dass die Möglichkeiten für Veränderungen im System eben so eng gesteckt sind, dass wir durch Reformen nicht zu einer grundlegend anderen, besseren Ökonomie gelangen können. Dem widerspricht die Natur des Kapitalismus. Die Eliten finden Mittel und Wege das zu verhindern. Und sie tun das bereits. Ohne dass wir die Besitz- und Machtverhältnisse nicht brechen, werden wir uns im Kreis drehen. Deshalb bin ich für Revolution.

Bis es soweit ist, setze ich mich selbstverständlich auch für evolutionäre Veränderungen ein! Es gilt, sämtliche rechtlichen und demokratischen (was man derzeit eben darunter versteht) Mittel einzusetzen, erstens die Angriffe von Regierung, Verwaltungsapparat und Bossen abzuwehren, zweitens die Menschen zu organisieren um drittens eine soziale Bewegung von unten aufzubauen die viertens ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt. Womit wir bei der revolutionären Situation sind.

Dreh und Angelpunkt des Sozialismus ist eine Ökonomie, die auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist und dabei nachhaltig, ökologisch und sozial korrekt funktioniert. Der Charakter des Menschen steht dem nicht im Weg, wie es oft heißt. Schauen wir uns nur an, wie die neuen Umstände nach der Wende aus dem Ossi innerhalb kurzer Zeit egoistische Arschlöcher gemacht haben. Mensch passt sich an und reagiert sofort auf Veränderungen in seiner Umgebung. Wenn das für den negativen Fall gilt, muss es auch umfekehrt gelten! Also muss es uns gelingen eine Wirtschaftsform zu schaffen, welche den Rahmen vorgibt, innerhalb dessen Mensch einfach nur Mensch sein kann. Scheitern wir, gehen wir unter.

Dahin kommen wir aber nur, wenn an den Veränderungen die Masse der Menschen mitwirken kann. Das wiederum geht nur basisdemokratisch, in einer Räterepublik zum Beispiel. Die Produktionsmittel müssten vergesellschaftet werden. Nicht etwa verstaatlicht, wie es in der DDR war. Überhaupt kann man echten Sozialismus nicht von oben einführen. Denn das bedeutete, die Interessen vieler Menschen zu ignorieren. Die des Mittelstandes beispielsweise. Nein, in die bessere Welt müssen alle mitgenommen werden.

Erst dann sind wir in der Lage, unser Leben frei zu gestalten. Erst dann können wir wirklich weltweit friedlich und solidarisch existieren. Dass das möglich ist erkennen wir doch, wenn wir sehen dass die Menschen rund um den Globus die gleichen grundlegenden Bedürfnisse haben. Meine Kollegen in Warschau, in Glasgow, New York oder Timbuktu – wir alle möchten in Freiheit und Frieden leben und ein einigermaßen geregeltes Ein-&Auskommen haben. Das eint uns in all unserer Vielfalt. Aber wir haben nicht die gleichen Interessen wie die Vertreter des Großkapital, nach mehr Profit und Absatzmarkt. Die Bruchlinie verläuft zwischen oben und unten! Niemals zwischen Religionen oder Kulturen.

So stelle ich mir den Sozialismus als ein solidarisches Miteinander vor in dem wir frei sind von Ausbeutung und Klassen. Das wie und was genau kommt aber erst in der Aktion. Denn erst während der Selbstaktivität kann sich die Kreativität des Einzelnen voll entfalten. Und erst während der Aktion tauchen die konkreten Fragen auf die erst dann konkret beantwortet werden können. Alles andere ist Utopie.

Der Kaputalismus ist noch gar nicht so alt. Aber er wird nicht die letzte Gesellschaftsform bleiben. Die DDR war gerade einmal 40 Jahre alt. Ein Witz in der Geschichte und ein berechtigt gescheiterter Versuch. Wobei für mich die DDR alles andere als sozialistisch war. Es war nichts weiter als eine Spielart des Kapitalismus. Nur eben nicht privat sondern staatlich. Damit es überhaupt leben konnte wurde einerseits eine Diktatur errichtet und andererseits der innere Frieden mit sozialen Leistungen erkauft, die der Staat eigentlich gar nicht bezahlen konnte. Der Sozialismus hätte nur dann eine Chance gehabt, wenn die “Macht”, die Reformen vom Volke ausgegangen wären, die Produktion an der Basis für die Basis organisiert worden wäre und so weiter. Die gnadenlose Enteignung auch kleiner privater Unternehmen hat mit meiner Vision nun wirklich nichts zu tun.

Ich kämpfe also auch evolutionär! Für die Einführung eines gesetzlichen und gerechten Mindestlohn zum Beispiel. Für das Absenken der Lebens-& Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. Oder ich diskutiere die Möglichkeiten eines bedingungslosen Grundeinkommens. Auf jeden Fall bin ich gegen Krieg und Militarisierung! Denn ich kenne den Krieg. Nicht als Soldat, sondern als Zivilperson der die Raketen einer Besatzungsmacht Nacht für Nacht aus dem Bett geschreckt haben. All das was ich hier schreibe, kommt eben doch nicht von ungefähr. Abschließend möchte ich sagen, dass ich allein deshalb nicht aufhören kann für Frieden und Sozialismus zu streiten, weil ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren könnte, dass alles so bleibt wie es ist.

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05.05.2013, 09:00
Es ist sicherlich Vieles richtig was du sagst, nur gibt die Geschichte leider kein Beispiel einer entwickelten, zivilisierten Gesellschaft mit sozialistischer Staatsform her. Nehmen wir die Franz. Revolution. Eine Revolution von unten. Eine Revolution der Masse. Wo hat sie hingeführt? Was ist aus den anfänglichen Ideen geworden? Die Revolution frisst nicht nur ihre Kinder, nein sie bringt auch immer neues Leid mit sich. Einfach aus dem Grund weil nun einmal der Mensch dabei eine große Rolle spielt. Und der Mensch von Natur aus gar nicht in der Lage ist sich unter zu ordnen. Es wird immer Einen, oder eine Gruppe geben die nach Macht strebt. Genauso wie der Mensch einen braucht der Regeln vorgibt. Anders ist meiner Meinung nach eine Gesellschaft gar nicht überlebens und entwicklungsfähig. Ob das gut ist, das sei dahingestellt. Der Mensch ist nun einmal Teil der Natur – und so benimmt er sich auch. Nehmen wir das Beispiel Griechenland. Eine sozialistisch-demokratische Regierung, nicht war? Im Gegensatz zu Dir bin ich nicht der Meinung das das böse Kapital ansich an der größten Krise des Landes Schuld trägt. Auch wirst du sagen das auch hier eine Eliten-Regierung den Ton angibt, selbt wenn sie sozialistisch ist. Aber entscheident sind doch die Menschen. Die Menschen die so argumentieren wie sie es gerade brauchen. Immer nur das sehen was für sie selbst am besten ist. Griechenland war schon immer ein sehr armes Land, ein land mit zahlreichen Bürgerkriegen. Die haben erst anfang der 90-er Jahre angefangen Wirtschaft zu treiben. Wirtschaft mit der man das Land hätte modernisieren können. Mit Entwicklungen die für alle Teile der Bevölkerung wichtig sind. Aber es gab keine Veränderungen. Stattdessen gibt es wahnwitzige Steuermodelle. Hast du dich schon einmal gefragt warum in Griechenland die meisten Häuser einen unfertigen und ausbaufertigen Eindruck machen? In Griechenland zahlt man auf ein Haus erst Steuern wenn es fertig ist, wenn das Dach darauf ist. Also, was macht der Mensch…? Natürlich sehen sich viele Menschen nach besseren, wenn nicht sogar sozialistischen Verhältnisse. Aber wenn es darum geht etwas abzugeben, etwas zurückzustecken, dann ist er raus aus dem Boot. Und solange es den Menschen insbesondere in unserem Land gut geht, solange kannst Du wohl vergebens auf deine Revolution hoffen. Keiner sagt das in unserem System alles richtig läuft – aber nie ging es den Menschen hier besser. Weit besser als in allen Ländern mit sozialistischen oder anderen linksorientierten Regierungen.

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05.05.2013, 09:00
Die Dinge die Du diesmal ansprichst, sind bekannte Fakten, aber keine Argumente. Unterzieht man diese Phänomene einer marxistischen Analyse, beachtet man also auch die ökonomischen Zwänge und sozialen Hintergründe, wird schnell deutlich, dass solche Dinge geschehen, gerade weil das System nicht funktioniert. Wie ich bereits schrieb, reagieren die Menschen direkt auf ihre Umgebung. Es ist mehr als normal, dass sich die Leute Schlupflöcher im Steuersystem suchen, dass sich Beziehungen und Abhängigkeiten ergeben, die unter gegebenen Bedingungen den Einzelnen am weitesten bringen. Das kann man letztlich bis zu den Lobbyisten treiben. Daher sprach ich mich für eine Ökonomie aus, innerhalb derer der Mensch auch “Arschloch” sein kann. Wir müssen uns eine Umgebung schaffen, in der wir einfach Mensch sein können, ohne jemanden zu schaden. Dies ist am Ende schlicht eine Notwendigkeit, weil wir uns selbst sogar den Lebensraum zerstören. Im Kapitalismus geht es nunmal um Effizienz, um Profite. Ob Großkapital oder Kleinunternehmer, wenn das Geld nicht stimmt ist Feierabend.

(Was ich Dir in diesem Zusammenhang noch sagen wollte, “gut” und “böse” gibt es auch hierbei nicht. “Kapitalist” zu sein, beschreibt zunächst die Zugehörigkeit zur Klasse und umreisst dessen Wirkweise in der Gesellschaft. Es ist keine moralische Bewertung, von wegen, er ist böse weil er viel Geld hat und damit Schindluder treibt. Um mal ein Vorurteil aus der Welt zu räumen.)

Materie beeinflusst Geist hatte Marx analysiert. Genau wie wir in der DDR aus bekannten Gründen solidarisch waren/sein konnten/sein mussten (die Nachbarn hatten den Wohnungsschlüssel um während des Urlaubs die Blumen zu gießen), sind die Menschen heute gezwungen auf ihrem Häufchen “Nichts” zu hocken weil rein materielles Denken und Konkurrenz das Leben bestimmen (Sogar Mülleimer werden abgeschlossen, damit ja niemand etwas hineinwerfen kann. Kostet schließlich Geld.).

Ich denke nicht dass der Egoismus des Menschen ein Hinderungsgrund für den Sozialismus ist. Im Gegenteil, das Individuum wird gerade durch dessen Egoismus, dessen Wunsch nach Freiheit, uns eingeredete Grenzen überwinden. Schon jetzt ist es so, dass der Nationalstaat wie wir ihn kennen, das Konstrukt wie es vom Bürgertum nach seinen Interessen geschaffen wurde, neben Propagandaschlachten nur noch mit Gewalt reagieren kann sobald eine größere Menschenmenge ihren Frust auf die Straße trägt. So werden die edlen Gesetze die einst für die Sicherung der eigenen Interessen gemacht wurden nun langsam demontiert oder missachtet, sobald sie von Leuten in Anspruch genommen werden, die Kritik an ihnen üben. Beispiele dafür gibt es reichlich. Auch wenn die Medien etwas anderes behaupten und Du es mir sicherlich nicht gleich abkaufst. Aber werfen wir einen Blick in Staaten, in denen durch freie demokratische Wahlen eine sozialistische Regierung an die Macht kam. Dies allein ist noch kein Problem. Sobald man sich allerdings anschickt bestehende Besitz- und damit Machtverhältnisse per Reformen abzuändern, wird sich das Kapital wehren. Siehe Chavez oder Allende, beide wurden weggeputscht. Chavez kehrte zurück, ist aber nach wie vor gefährdet. Gut ist der Versuch, per Referenden alle Menschen im Land mitzunehmen. Und wie wir erlebt haben, muss die Entscheidung nicht unbedingt im Interesse der Sozialisten sein. Es bleibt abzuwarten wohin es mit Venezuela geht. Leider hat auch dieses Land mit einer ständigen äußeren Bedrohung umzugehen, so dass ich auch diesen Versuch des Sozialismus scheitern sehe. Aber warten wir ab.

Ich weiß nicht ob es den Menschen bei uns so gut geht. Die Taktung ist enorm hoch. Du selbst hast Deine Probleme das Geschäft so zu führen, dass das Leben so zu sagen leicht fällt. Wir alle müssen ganz schön ran und am Ende kommt man einfach nur durch. Aber macht es noch Spaß? Lohnt sich die Arbeit und der Verzicht? Was ist mit Familie? Mit Freunden? Mit gesellschaftlichem Engagement? Oder ganz einfach mit Reproduktion? Wenn jemand von Montag bis Freitag arbeiten geht, dann sollte doch soviel Geld zu verdienen sein, dass mensch auch mal sorgenfrei ins Kino oder Theater gehen, sein Feierabendbier trinken oder mit den Kindern in den Zoo gehen kann. Immer mehr Menschen, auch mit einem Job, leben unter so genannten bedrückenden Verhältnissen. Sie sind nicht arm, können sich trotzdem nichts leisten was irgendwie über die normale Lebenserhaltung hinausgeht. Das ist der Moment in dem Politiker fordern, mensch solle sich einschränken, den Gürtel enger schnallen und so weiter. Eine bodenlose Frechheit. Aber auch die Leute die noch genug finanziellen Spielraum haben, leiden zunehmend unter dem wachsenden Druck. Effizienz, Effizienz, Effizienz. Eine hohe Taktung des Lebens, Konkurrenz, Mobbing, Bossing, Existenzängste… “Man muss ja froh sein, noch Arbeit zu haben.” Ich bin froh, Arbeit zu haben. Aber zu welchem Preis? Wie lange kann man das Spiel treiben? Wir alle leben im Überfluss und leiden dennoch unter großen Mängeln. Geht es uns tatsächlich so gut? Also ich hatte mir mein Leben, den Alltag etwas anders vorgestellt. Und was ist mit den Bedürfnissen die über einen gefüllten Kühlschrank hinausgehen? Zeit mit Freunden und Glück kann man nicht kaufen. Oder die innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit. Gesundheit, oh ja, die muss man sich inzwischen teuer kaufen. Wie steht es denn mit Bildung und Kultur?

Das Maß ist voll, sobald ich sehe welche Auswirkungen der Kapitalismus weltweit hat. Angefangen bei der Aufteilung der Welt über Umweltzerstörung bis zum Krieg. Nein danke! Der Lebensstandard in Europa ist trotz allem recht hoch. Aber nur weil es anderen Menschen in anderen Teilen der Welt nicht gut gehen kann. Die Frage danach, ob es “uns gut geht” kann ich nicht beantworten, ohne die Zusammenhänge und die Situation andernorts zu sehen. Dann fällt die Antwort nämlich ganz anders aus.

1989 ging es den Menschen auch nicht wirklich schlecht. Und doch haben sie die Gelegenheit ergriffen und berechtigterweise eine Revolution durchgeführt. Leider war diese Revolution nicht oder nur schlecht organisiert. Es gab weder eine revolutionäre Vision noch eine Gruppe, die uns durch die Revolution hätte führen können. Deshalb endete die Revolution von ´89 in einer Niederlage.

Die französische Revolution verlor, weil die Menschen der Pariser Kommune zwischen deutschen und französischen Truppen aufgerieben wurden. Die russische Revolution verlor, weil im Bürgerkrieg die Arbeiterklasse extrem reduziert wurde. Die Überlebenden wurden in die neu entstandene Bürokratenklasse gesteckt, damit der Staat überhaupt funktionieren konnte. Damit war die Hoffnung auf Sozialismus verloren. Die Streikbewegung von 1968 in Frankreich ließ man ausbluten. Die Kollegen konnten nicht auf andere Staaten übergreifen und waren isoliert. Und so weiter und so fort. Die bürgerlichen Revolutionen liegen noch nicht so lange zurück und konnten nur erfolgreich sein, weil die damals noch junge Arbeiterklasse daran beteiligt war. Die danach entstehenden Nationalstaaten wurden jedoch nicht nach den Interessen aller Menschen organisiert und schon gar nicht wurden die Klassen überwunden. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die unteren Klassen erneut aufbegehren. Nur weil das in den letzten 100 Jahren noch nicht von Erfolg gekrönt war, heißt das nicht, dass es nicht noch passiert.

Der Versuch, Klassen zu ignorieren und all diese Dinge als von vorgestern hinzustellen, wird scheitern. Egal wie wir die Rhetorik anpassen, hin und wieder den Schwachen ein paar Abfälle zum Fraß vorwerfen, Meinungen über die Medien manipulieren…. die Wirkweise des Systems ist geblieben. Geblieben sind auch die Missstände und die Klasse die allein in der Lage ist, diese zu überwinden. Und so wird es kommen, weil die Menschen die Notwendigkeit erkennen werden, dass sie selbst verantwortlich für ihre eigenen Probleme und die Missstände in der Welt sind. Es könnte alles so schön sein.

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05.05.2013, 09:01
Ja, es könnte alle so schön sein… Deine Gedanken zu Mindestlohn, lohnende Arbeit, Zeit für andere, wichtige Dinge im Leben stimme ich voll und ganz zu. Das sind (politische) Ziele die auch ich verfolge. Und ja, dass viele Menschen, vorallem im Osten, Arbeit haben, aber davon nur ihr täglich Brot kaufen können ist der Verdienst politischer und kapitalistischer Interessenvereinigungen, wirtschaftlicher Machterhaltung und Vormachtstellungen. Abgesehen davon was die SPD in den letzten Jahren alles falsch gemacht hat, ist sie doch eine von zwei Parteien die im Bundeswahlkampf einen flächendeckenden Mindestlohn gefordert hat. Und wie und was hat der Deutsche gewählt?!? Soziale, solidarische Aspekte haben ja nun alle dt. Parteien irgendwie für sich entdeckt.
Thema DDR: es ist doch ernüchternd wie schnell und wie schlecht sich der “Ossi” nach der Wende verändert hat. Es ist aber auch ernüchternd, das er sich scheinbar nur sozial verhält wenn es ihm schlecht geht. Das Bsp. mit den Blumengiesen und zugeketteteten Mülltonnen ist nahezu perfekt. Das blühende Kapital hat ihn verführt und seine Regierung obendrein im Stich gelassen. Auch ich würde gern wissen was passiert wäre wenn die DDR-Spitze und Krenz eher und anders reagiert hätte. Wir alle wissen warum die DDR-Bürger auf die Straßen gegangen sind. Das im Westen der Republik ein anderer, eisiger Wind geweht hat wollte, oder konnte man freilich nicht sehen. Auch nicht das man sich die Freiheit teuer erkauft mit Verrohung und Verdummung der Gesellschaft. Oder man hätte in der marxistisch-predigenden Schule besser aufpassen müssen… Ach wenn ich mich wiederhole. alle sozialistischen Experimente sind gescheitert. In der DDR z.Bsp. weil sich auch hier die Leistung im Beruf nicht gelohnt hat. Man hat sein Geld bekommen auch wenn man sich auf Arbeit gedrückt hat. Man konnte sich kaum verbessern wenn man fleißig war, ein studierter Lehrer hat weniger als die Hälfte eines Stahlwerker verdient. Ich weiß das du die DDR nicht als sozialistischen Staat angesehn hast, aber das war der real existierende Sozialismus wie er den Menschen vermittelt wurde. Gemacht und verordnet von Eliten. Wir drehen uns im Kreis.

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05.05.2013, 09:01
Ich freue ich, dass wir den ernsten Ton vom Beginn unserer Debatte überwunden haben. Und schon sehen wir, dass wir so weit gar nicht entfernt sind. Vielleicht werden wir uns nie wirklich einig, aber darum geht es nicht. Es geht darum die Welt zu verbessern. Und das kann weder die Sozialdemokratie noch DIE LINKE allein.

Ich muss mich langsam aus der Diskussion etwas zurückziehen, weil sich inzwischen weitere Baustellen ergeben haben. Aber ich bleibe dran! Nur nicht mehr mehrmals am Tag.