PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fluch und Segen. Oder, die AWO will in Pößneck bauen...



PN-Blog
05.05.2013, 07:55
Wie die OTZ unlängst mitteilte möchte die AWO des Saale-Orla-Kreises in der Pößnecker Breiten Straße mehrere alte Häuser zu Wohnungen speziell nach den Bedürfnissen älterer Menschen umbauen und betreuen. Für die Stadt wären damit mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: erstens wird so die Innenstadt wieder etwas bevölkerungsreicher. Davon profitieren nicht zu letzt die Händler in der Innenstadt. Zweitens hat die Stadt einen Schandfleck weniger, und drittens muss sie dafür nicht mal Geld in die Hand nehmen. Das klingt alles ganz toll und ist sehr wünschenswert. Aber das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die Andere aber ist zumindest für die freie Wirtschaft und deren Arbeitsplätze nicht so erfreulich. Denn Wohlfahrtsverbände bekommen in Dtl. immer mehr Vormachtstellungen unter ungleichen und unfairen wirtschaftlichen Voraussetzungen gegenüber selbständig Tätigen. Nehmen wir allein die Millionen Euro Kreisumlage die die AWO jedes Jahr bekommt. Damit könnte der Landkreis alle seine Schulen betreiben. Welcher frei auf dem Markt agierende Betrieb bekommt solche Zuschüsse?!? Ein privater Investor hätte in der Breiten Straße gar keine Chance zu bauen da die Aussichten auf Fördermittel gleich null sind. Auch hier hat der Wohlfahrtsverband klare Vorteile. Wenn ein solcher Verband eine Wohnanlage baut will er sie natürlich auch betreuen. Das heißt er kann z. Bsp. alle anfallenden Medizinischen Leistungen unter eigendem Dach selbst anbieten. Denn längst haben die Wohlfahrtsverbände selbst Angestellte in der Heilmittelerbringung. Er baut sich hier ein vom Staat unterstützes Monopol auf. Davon betroffen sind alle Heilmittelerbringer wie Physio-, Ergo- und Logopädie, sowie ambulante Pflegedienste, usw. Welcher ältere Mensch nimmt schon einen Weg zum Therapeuten auf sich wenn dieser ins eigene Heim kommt? Obwohl die nächte Physio- oder Logopädie keine 200 Meter entfernt ist. Hier wird der freien Wirtschaft der Boden unter den Füssen weggezogen. Und das noch mit dem Hintergrund das die AWO eine gGmbH ist und eigentlich keinen finanziellen Gewinn machen darf. BTW? Wo nimmt sie dann die 2,5 Mio Euro zum investieren her??? Alles in allem ein ungleicher Wettkampf den über den man aber nicht redet oder reden darf. Soziales Engagement ist gut, aber staatlich gestützter ungleicher Wettbewerb und Einmischung in die freie Wirtschaft sollte nicht die Aufgabe eines Wohlfahrtverbandes sein.

PN-Blog
05.05.2013, 07:55
Also ich denke hier muss man zwei Sachen getrennt betrachten.
1)
Das errichten von altersgerechten Wohnraum ist denke ich sehr gut, es ist ja bei einer älter werdenden Bevölkerung ein Zukunftsmarkt. Und das mitten in der Stadt zu machen ist auch in Ordnung. Es sollte Leben und Kaufkraft in die Innenstadt bringen. Von vielen immer wieder gefordert.

2)
Die Verquickung der Organisationen der Betreiber des altersgerechten Wohnens mit Heilmittelerbringern, ist sicherlich bedenklich. Die Heilmittelerbringer haben offensichtlich einen großen Vorteil gegenüber den privaten.
Das ist sicherlich schlecht vereinbar mit dem Gedanken einer freien Wirtschaft. In diesem Punkt stimme ich dir zu das es da Regelungen bedarf die einen gerechten Wettbewerb fördern.