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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ein Lichterfest - und seine Schattenseiten



PN-Blog
05.05.2013, 13:57
- In meinem folgenden Artikel könnten Wörter auftauchen die ich eigentlich eher selten nutze, die zwar nicht anständig sind aber dafür alles ausdrücken was ich an diesem Abend empfand -

Es war einmal...ein Lichterfest; und alle Gäste und Darsteller sollten sich fragen was sie von diesem Fest eigentlich erwarten?! Für mich sollte es ein Fest sein zu dem man zwar zusammen kommt, aber ruhig und besinnlich feiert, zurück denkt, insich geht, nachdenkt. Das scheint allerdings nicht bei allen Besuchern so zu sein. Was sich bei diesem traditionsreichen Fest abspielt ist für mich teilweiße unbegreiflich! Im Vorfeld wurde u.a. die schlechte Beschallung auf dem Markt kritisiert; man könne so schlecht dem Programm folgen . Das ist für mich kein Wunder. Denn anstatt den Rednern und Darstellern auf der Bühne den nötigen Respekt vor Ihrer Leistung zu zollen bringen es die Besucher nicht fertig auch nur für 10 Minuten ihre Fressen zu halten. Denn dann könnte man die Worte des BM oder den Liedern der Chöre auch ohne große Lautsprecher wahrnehmen. Dieses Verhalten spiegelt auf dramatischste Weiße Teile unserer Gesellschaft wider: egoistisch, undankbar, respektlos, rücksichtslos und ignorant. Einfach nur zum Kotzen. Würden die Menschen bei lauterer Musik etwa stille halten? Wäre Musik vom Band besser als ein mühevoll einstudierter Auftritt den man mit Zuhören und Applaus anerkennen sollte? Wäre eine Wutrede alla PDS besser als andächtige Worte? Ich glaube nicht! Mir tun jedenfalls die Organisatoren und Darsteller leid deren Aufwand mit respektloser Ignoranz gewürdigt wird. Sicherlich ist es schwierig möglichst alle Menschen dazu zu bringen am Fest aktiv teilzunehmen indem sie dem Programm auch ohne Gemurmel folgen. Aber genau an diesem Punkt sollte sich die zukünftige Art und Weiße des Festes orientieren. Und eben hier sollte jeder überlegen was dieses Fest für ihn bedeutet.

Wäre nett wenn möglichst viele User ihren Kommentar abgeben würden da man hier vielleicht auch Rückschlüsse oder Erkenntnisse ziehen kann...

PN-Blog
05.05.2013, 13:57
Dann folgt hier der erste Kommentar:

Auch ich muss diese Einschätzung – wenn auch mangels meiner eigenen Teilnahme am diesjährigen Lichterfest nicht für selbiges, aber für vorangegangene Lichterfeste – leider teilen. Ein solches vom Grundgedanken her traditionelles Fest sollte auch den entsprechenden feierlichen Rahmen haben und die Besucher auf das unmittelbar bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen. Dazu gehören eben Lieder und Weisen zur Advents- und Weihnachtszeit, gerne auch Aufführungen von (Kinder-)Theater- oder Tanzgruppen, oder eben auch die Worte des Bürgermeisters und das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern. Dass so viel wie möglich Laternen und Lichter dazu gehören, diese Frage erübrigt sich allein schon aufgrund des sinn- und zweckgebenden Namens “Lichterfest”. Und gerade für die Kleinen ist das doch auch etwas besonders schönes.

Natürlich ist auch richtig bzw. vielmehr eine Tatsache, dass offenbar viele Menschen dieses eigentlich andächtige Fest dazu nutzen, alte und neue Bekannte zu treffen und angeregte und zum Teil sehr lautstarke Plaudereien zu betreiben, Glühwein zu trinken… ganz gewiss aber nicht, um dem Programmablauf des Lichterfestes zu folgen.

Eine ganz ähnliche Erfahrung musste ich an diesem Heiligabend machen, als ich einen Weihnachtsgottesdienst in einer kleinen Erfurter Kirche besuchte. Unter anderen versammelten sich ca. 15 junge Leute auf der obersten Empore und begannen zunächst ihre Glühwein- und Grog gefüllten Thermoskannen zu öffnen und deren Inhalt unter der Meute aufzuteilen. Hinzu kam pausenloses Geplapper. Der Lärmpegel war mir selbst schon peinlich, weil auch wir dort oben auf der Empore standen. Als wäre dies nicht schon genug, wurde von einigen noch bewusst schief und laut bei Weihnachtsliedern mit-”gesungen” und sich über die Worte des Pfarrers lustig gemacht. Schade war es insbesondere für die kleinen Kinder, die in dieser Geräuschkulisse ihr einstudiertes Krippenspiel vorführten…

Schade auch für die zahlreichen Besucher des Gottesdienstes, die diesen z. B. zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest nutzen wollten.

Gewiss bin ich nun nicht gerade der gottesfürchtigste Bürger auf Erden. Aber gewiss doch gesellschaftlich und familiär “geprägt”, das Weihnachstfest alljährlich zu feiern. Sind es doch viele schöne Bräuche und gerade in der Advents- und Weihnachtszeit versuche ich zumindest, das Tempo des Lebens etwas zu bremsen und mich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu besinnen…

Doch gerade die heutige Jugend fällt immer häufiger durch Respektlosigkeit, Unhöflichkeit und Egoismus sowie Ignoranz auf.

Dann sollen sich diese Klientel doch besser in einer Kneipe oder dergleichen treffen und nicht in die Kirche oder zu einem Lichterfest gehen.

PN-Blog
05.05.2013, 13:57
Also wir waren wie jedes Jahr dabei und standen oben an der Kirche. Das Programm auf dem Markt, sowie die Ansprache des BM verstanden wir natürlich nicht. Deswegen sind wir ja auch nicht gekommen, sondern eher aus Tradition getreu nach dem Motto: ‘Sehen und Gesehen werden’ (um Weihnachtliche Grüße loszuwerden). Wenn der Programmablauf überall ankommen soll, dann fehlen noch ein paar Lautsprecher mehr bzw. ein paar Videoleinwände ringsum dem Markt bzw. den Seitengassen.

(^^ viell kleiner Tip für nächstes Jahr)

PN-Blog
05.05.2013, 13:57
…”aus Tradition sehen und gesehen werden.”
Genau das ist der Knackpunkt. Meiner Meinung nach ist das nicht der Inhalt, Aufgabe und Wirkung des Lichterfestes. Ich habe das in meinem Beitrag versucht zu verdeutlichen. Ich bin alles andere als ein gläubiger Mensch und mache mir wenig aus Glaubensfesten. Darum ist mir die kirchliche Botschaft an Weihnachten, verbunden mit dem Lichterfest, auch egal. Dennoch denke ich ist ein Moment der Ruhe und Besinnlichkeit auch als Anerkennung für die Akteure nicht zuviel verlangt. Mir geht es nicht um Religion sondern um Respekt.

PN-Blog
05.05.2013, 13:57
Nunja, es gibt halt auch viele die PN den Rücken gekehrt haben (aus beruflichen oder sonstigen Gründen) und sind dann viell nur ein mal im Jahr wieder hier bei ihren Familien. Wenn mir oder auch anderen solche Leute begegnen, ist es doch wohl klar das sich erstmal ein Gespräch entwickelt und das Programm auf dem Markt reine Nebensache ist…

PN-Blog
05.05.2013, 13:58
Das, denke ich, ist auch völlig verständlich das man sich hier trifft und unterhält. Der Ursprung meines Artikels war auch der, das sich Leute im Vornherein beschwert hatten das man nichts verstehen könne und man eine bessere Anlage braucht. Und eben das wollte ich dementieren in dem man die Fehler der Menschen zurück gibt. Eine lautere Anlage führt nicht dazu das man mehr versteht. Man sollte sich eher fragen ob man etwas verstehen möchte. Es natürlich auch wie so oft sein, dass sich die Leute beschweren die am lautesten erzählen…
Letztendlich sollten sich die Bürger der Stadt äußern was sie sich vom Lichterfest erhoffen. Ob ein Programm notwendig ist, oder ob man auch hier wegen Gleichgültigkeit ein Stück Tradition vergräbt.

PN-Blog
05.05.2013, 13:58
Guten Abend,
ich freue mich das es doch einige Leute gibt die hier noch bisschen mitdenken und auch wirklich was verbessern möchten.

Ich verstehe nur nicht warum unbedingt etwas an dem Lichterfest verändert werden soll. Seitdem ich denken kann gehe ich Heilig Abend auf den Markt. Und ehrlich gesagt habe ich noch nie einen sagen hören: „Das war ja mal wieder sch….“. Klar gibt es ab und zu immer mal was zu meckern aber dafür ist es doch die Tradition wie wir es schon seit vielen Jahren haben. Und ich wäre auf jeden Fall dafür dass das auch so bleibt. Es ist eins der wenigen Sachen was noch an das „alte“ Pößneck erinnert. Eine Landesgartenschau musste her. Sämtliche alte Gebäude wurden abgerissen und unsere Altstadt verschwindet immer mehr. Da freut es mich auch das jemand Geld in die Hand nimmt und das alte – neue Café Dittmann wieder aufbaut.
Sicherlich muss man auch mit der Zeit gehen. Aber auch an so einem Tag??? Nein, muss man nicht.

Zu dem Punkt Beschallung würde ich mich auch gern noch äußern:

Leider ist es so dass wir, also als Pößnecker Veranstaltungstechnikfirma, seit nunmehr 3 Jahren versuchen das Pößnecker Lichterfest beschallen zu dürfen. Leider wurde uns dies bisher nicht gestattet. Gründe möchte ich hier und jetzt nicht nennen, eh sich dann jemand auf den Schlips getreten fühlt. Es ist aber traurig das Firmen aus ganz anderen Regionen für solche Jobs beauftragt werden.
Wenn ich jetzt sage dass wir das Lichterfest auch ohne viele Lautsprecher und brüllender Lautstärke beschallen können, dann werden sich einige wieder fragen: Warum und wie, haben soch alle versucht??? Ganz einfach: „Der Ton macht die Musik und nicht die Lautstärke“. Wir haben ein Konzept zur Beschallung des Marktes erstellt. Und wir haben auch die passende Technik für solche Events. Auch so das die Leute sich mal lauter unterhalten können und trotzdem etwas vom Programm verstehen. Aber leider wird uns das nur gewährt wenn wir die Pläne VOLLSTÄNDIG offen legen. Und genau da muss ich sagen: No way. Wir machen doch nicht die Vorarbeit für andere Leute das die dann unsere Ideen stehlen. Soll ja immer mal wieder vorkommen in Pößneck… ;-)

Würde mich über weitere Kommentare freuen und verfolge dieses Thema gern weiter…

LG

PN-Blog
05.05.2013, 13:58
Auch ich kann mich nur noch einmal anschließen und dem letzten Kommentar beipflichten, dass es an sich nicht nötig ist, am Lichterfest selbst grundlegend etwas zu ändern. Vielmehr geht es doch um die Einstellung der Bürger zu dieser traditionellen Veranstaltung.

Auch wenn es leider altmodisch klingt: Es geht eben um einen respektvollen Umgang miteinander in einer Gesellschaft.

Die Veranstalter und Mitwirkenden haben zumindest den Respekt verdient, GEHÖRT zu werden (und das hat nicht zwangsläufig etwas mit mehr Lautsprechern zu tun…).

Und wenn man kein Interesse am Lichterfest an sich und seinem Programm hat, sollte man sich zumindest beim “sehen und gesehen werden” bzw. “Weihnachtsgrüße austauschen” vom Geräuschpegel her etwas zurückhalten.

Das sollte man eigentlich von den meisten erwarten können.

Der Kommentar mit dem “sehen und gesehen werden” drückt aber leider auch aus, dass manch einer offensichtlich erst einen solchen Anlass braucht, um Freunde und Bekannte wenigstens einmal im Jahr zu treffen. Auch das sind leider die Zeichen der heutigen Zeit…

PN-Blog
05.05.2013, 13:58
Ach so:

…Videoleinwände…

Die braucht das Pößnecker Lichterfest bestimmt nicht.

PN-Blog
05.05.2013, 13:59
Also ich muß mich auch einmal zum Lichterfest äußern. Ich bin selbst kein Pößnecker, lebe aber seit 3 Jahren hier und tue mir seitdem das Lichterfest an. Den sinn des ganzen habe ich bis heute noch nicht so ganz verstanden. Lichterfest? Wenn ich über den Marktplatz schaue konnte ich vereinzelte wenige “Lichter” sehen viele finden es toll und kommen mit irgendwelchen blinkdingern das man sich schon wie in Las Vegas vorkommt. Dann dieser naja ich finde es schon fast peinlichen Auftritt des Weihnachtsmannes der da schnaufend auf einer Feuerwehrdrehleiter über den Marktplatz geschwenkt wird… Ansonnsten habe ich eigentlich den Eindruck das es hier nur um Sehen und Gesehen werden geht. In diesem zusammenhang steht natürlich die individuelle Unterhaltung der einzelnen Grüppchen vornehmlich im Vordergrund und das Programm auf der Bühne dient nur als hintergrundberieselung. Dies ist wie gesagt mein persönlicher Eindruck nach 3 x Lichterfest. Ich habe mich in den letzten beiden Jahren natürlich auch angepasst und komme nun auch mit meiner Thermoskanne mit glühwein und verabrede mich mit bekannten auf dem Markt zu einem kleinen Weihnachtlichem Plausch bei Glühwein.
Das die Stadt versucht das Ganze noch Touristisch zu vermarkten kann ich auch nicht nachvollziehen. Was will ein völlich fremder, der niemanden hier in Pößneck kennt denn bitteschön hier?